Der Sonne entgegen… Klagenfurter Höhenweg-Ost

Vom Hochtor zum Rauriser Sonnblick

31.08.-01.09.2009

Mit meiner Freundin Heidi starten wir an einem fantastisch schönen Morgen, am 31.August 2008 um fünf Uhr vom Hochtor (2504m) an der Glocknerstraße, dem Grenzpunkt zwischen Salzburg und Kärnten, das Auto auf südlicher Seite parkend, weg.

Das unglaublich herrliche Wetter und die Aussichten in Richtung Osten waren mit dem Licht der aufgehenden Sonne sehr vielversprechend und unser Ziel, der Rauriser Sonnblick, schon von weitem sichtbar.

Es folgte nun ein scheinbarer „Spaziergang“ entlang des Kammes, vorbei am Roßkar und der Weißenbachscharte, mit noch wenigen Höhenmetern. In Richtung des Hinteren Moderecks (2930m) gab es aber bald „Abwechslung“ und auf dem Weg über die Noespitz (3005m) erreicht man fast schon eine kleine, alpine, Kletterei.

Weiter geht’s über den Krumlkeeskopf (3101m), bevor wir mit etwas Abstieg an der nächsten Scharte angelangt sind. Hier befindet sich übrigens auch das Otto Umlauft Biwak, eine, bei diesem „einsamen“ und lange Höhenweg, sehr wichtige Einrichtung, um gegebenenfalls zu Übernachten.

Nach einer kurzen Rast geht’s bergauf, über die Arlthöhe (3084m) geradewegs auf den Gipfel des Hocharn (3254m) zu. Aufgrund des unangenehmen, starken „Lüftchens“ am direkten Gipfel, entscheiden wir uns zur „Verlegung unseres Jausen-platzls“ etwas weiter unterhalb.

Das Wetter war immer noch so unglaublich beständig, so dass wir uns auf den nun folgenden, recht unbequemen Metern bergab, gerne Zeit ließen. Der Weg ist sehr gerölllastig und auch einige kleineren Kraxeleinen bleiben nicht aus.

Wir erreichen nun die Goldechscharte (2857m) und klettern mutig weiter entlang des Grates zum Gipfel des Goldzechkopfes (3042m). Diese Passage war, mit dem, was nun folgen sollte, eine der spannendsten Begegnungen auf dieser Tour: ein recht ausgeschlagener Pfad auf den „Geröllhaufen“, mit fast nicht mehr zu erkennenden Markierungen, dem, vom Gipfel aus, eine steile Bergab-Kletterei (mit Leitergebrauch!) in Richtung des Sonnblickkees folgte.

Eine einfachere Variante wäre, über den, ebenfalls schlecht zu erkennenden Steig am Fuße des Goldzechkopf herum, auszuweichen, falls man diese Kraxelei nicht mag.

Nach besagtem Abenteuer erreichen wir endlich den Gletscher und freuen uns sehr über das nun folgende, herrlich anmutende Schneefeld hinauf zum Sonnblick und dem herannahenden Ziel unserer Tour. Der Nachmittagssonne verdanken wir das leicht angetaute Gletschereis, auf dem man, auch ohne Steigeisen, um diese Jahrezeit gut gehen kann. Für andere Verhältnisse – und überhaupt sicherer unterwegs – würde ich allerdings raten, diese mit dabei zu haben.

Das Zittelhaus ständig im Visier, erreichten wir schließlich, nach einem 9-stündigen Fußmarsch, glücklich den Gipfel und wir genossen den herrlichen Sonnenuntergang und verfolgten das prachtvolle Lichtspiel entlang des Gebirgskammes zurück, bis in Richtung Großglockner.

Nach einer sehr entspannenden Nacht und einem, wiederum sensationellen Sonnenaufgang, treten wir unsere Reise ins Tal an. Die klassische Aufstiegsroute auf den Sonnblick zieht sich, zunächst vom Gipfel aus, über den Felsgrat östlich hinab zur Rojacher Hütte (Achtung gemütlich! – verlockend für einen Zwischenstop!!) Wir erreichen nach einer kurzen Genusspause mit beeindruckendem Blick über den unter uns liegenden Gletscher und das ehemalig, riesige Goldbergbaugebiet, einen Teil des dort zu diesen Themen angelegten Lehrweges unweit des Naturfreundehaus Neubau. An diesem vorbei wählen wir den bequemen „Familiensteig“ nach Kolm Saigurn und erreichen so, nach ca.4 Stunden den herrlichen Rauriser Talschluß, wo uns ein privates „Taxi“ der Zivilisation wieder entgegenbringt.

Tipps:

  • Für diese Tour solltet ihr unbedingt gute Witterungsverhältnisse abwarten.
  • Es empfiehlt sich in jedem Fall auch, ausreichend zu Trinken mitzunehmen, da sich unterwegs keine Auffüllmöglichkeiten finden.
  • Steigeisen sind für die Gletscherüberquerung sicherheitshalber mit im Gepäck, für alles, was es sonst an Kraxelei gibt, braucht man als geübter Bergsteiger aber nicht unbedingt  eine komplette Kletterausrüstung. Dennoch: Vorsicht ist ständig geboten, denn aufgrund des zunehmend antauenden Permafrosts lockert sich Gestein an unterschiedlichsten Stellen.

Ansonsten eine lohnende, ausdauernde Tour entlang des Tauernhauptkammes mit unglaublich beeindruckenden Aussichten in alle Richtungen und gleichzeitiger, eher unmerklicher, Überschreitung von sieben 3000ern!

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